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Archiv für September, 2010

Urteil: Schalterzuschlag der Bahn für Tickets bleibt vorerst

24. September 2010 Keine Kommentare

Ticketautomat by flickr schoschie Urteil: Schalterzuschlag der Bahn für Tickets bleibt vorerstKauft man Tickets wie das „Schöne-Wochenende-Ticket“ oder Ländertickets (Bayern-Ticket, Brandenburg-Ticket usw.) am Schalter kosten sie seit rund acht Jahren zwei Euro mehr als am Automaten.

Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte die Genehmigung für den Zuschlag Ende 2009 zurückgezogen, da sie ihn für rechtswidrig hält. Er diskrimiere Kunden, die sich nicht so gut mit dem Automaten auskennen, wie zum Beispiel alte Leute.

Der Fall ging vor Gericht. In erster Instanz gaben nun die Richter der Deutschen Bahn Recht. Der Vorsitzende Richter warf dabei vor allem die Frage auf, ob nach der Logik des Regierungspräsidiums dann auch alle Vergünstigungen im Internet diskriminierend seien. Die Beratung am Schalter sei eine zusätzliche Leistung, die bezahlt werden müsse.

Vorerst bleibt der Zuschlag von 2 Euro also, doch in dieser Sache ist das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen…

Arbeitet die Bahn an neuem Touch & Travel System?

23. September 2010 1 Kommentar

Touch Travel Arbeitet die Bahn an neuem Touch & Travel System?Seit mehr als einem Jahr führt die Deutsche Bahn einen Feldversuch mit dem Touch & Travel-System durch. Dabei können die Reisenden sich mit einem Handy vor Abfahrt in das Touch & Travel-System einchecken und erwerben somit einen Fahrausweis. Bei Fahrtende checkt man dann wieder mit dem Handy aus dem System aus und das System errechnet dann, was der für den Fahrgast optimale Fahrschein für diese Fahrt gewesen wäre.
Am Ende eines Monats erhält der Fahrgast dann eine Sammelrechnung über alle Fahrten und zahlt dann bequem per Lastschrift.

Dieses System fuktioniert über sogenannte RFID-Chips (radio-frequency identification), die im Handy verbaut sind. Über dieses System kann der Standort und auch der einzelne Fahrgast zweifelsfrei identifiziert werden. Um sich einzuchecken, startet der Fahrgast eine App auf dem Handy und hält das Handy an den Touchpoint an der Haltestelle.

Das System funktioniert an sich einwandfrei, jedoch hat die RFID-Technik in Deutschland eine weit geringere Verbreitung als in anderen Ländern. In Japan wird RFID in Handys sehr häufig zum bezahlen verwendet und ist dort quasi der Nachfolger der Kreditkarte.

Aktuell werden in Deutschland aber nur zwei Handy-Modelle, die einen RFID-Chip besitzen. Da aber nicht jeder potentielle Kunde von Touch & Travel extra auf eines der beiden Samsung-Handys ausweichen will, ist vor allem die RFID-Verbreitung ein großes Problem für den Erfolg von Touch & Travel.

In einer aktuellen Umfrage an Touch & Travel-Testkunden waren nun erste Hinweise auf ein Überdenken der RFID-Lösung zu finden. So wurden die Kunden gefragt, wie attraktiv andere Möglichkeiten des Eincheckens in das Touch & Travel-Systems für den Kunden sind.

Alternativen zur derzeit verwendeten RFID-Technik waren im Fragebogen zum einen das Einchecken per Eingabe eines Zahlencodes. Hier besteht jedoch die Gefahr, daß die Fahrgäste diesen Code auch während der Fahrt eingeben können, d.h. es wäre möglich schwarz zu fahren und erst beim bemerken einer Fahrgastkontrolle schnell den Code einzugeben, es sei denn der Code an der Einstiegsstelle würde sich fortlaufend ändern, so daß man nur den Code eingeben kann solange man sich noch in der Nähe der Haltestelle befindet.
Der Vorteil des Systems wäre, daß quasi jedes Mobiltelefon den Service verwenden könnte, also auch preiswerte oder ältere Geräte.

Als nächste Option war das Einchecken pe GPS-Ortung angegeben. Die GPS-Ortung funktioniert auf ca. 50 bis 100 Meter Umkreis vom Standort. Der Nutzer würde bei dieser Option alle Haltestellen im georteten Umkreis angezeigt bekommen und müsste dann aus dieser Liste selbst wählen, ob er gerade in einen Zug, Bus, Straßenbahn oder die S-Bahn einsteigt. Neben der Ungenauigkeit und dem großen Radius von GPS, besteht das Hauptproblem von GPS in der Ortung in geschlossenen Räumen oder unterirdischen Stationen, die nicht ohne weiteres möglich ist, da das Satellitensignal dort nicht empfangen wird.
Die Verbreitung von GPS-Mobiltelefonen steigt derzeit stark, da die meisten hochwertigeren neuen Handys einen GPS-Empfänger besitzen, der unter anderem auch die Handynavigation ermöglicht.

Die dritte Option, zu der die Fahrgäste befragt wurden, sind QR-Codes. QR Codes sind kleine quadratische Schwarz-Weißmuster, in denen bestimmte Informationen verschlüsselt sind. Diese Codes werden von der Bahn bereits auf Online-Tickets verwendet, die man sich als Fahrgast zu Hause ausdrucken kann, aber auch die Lufthansa erlaubt den Check-In per Handy, wenn auf dem Handy der QR-Code angezeigt wird.
Um einen QR-Code auszulesen, müsste der Fahrgast dann eine App starten und mit der Handykamera den QR-Code am Touchpoint abfotografieren, um sich einzuloggen. Da viele Handys eine Kamera besitzen ist das eine gute Lösung, die eine weite Verbreitung finden könnte, allerdings muss für das Handy eine QR-Lesesoftware installiert werden. Da es aber eine Vielzahl verschiedener Betriebssysteme (z.B. Symbian, Android, iOS, Blackberry, Windows Mobile etc.) gibt, und diese auf den Geräten in unterschiedlich alten Versionen vorhanden ist, dürfte es schwierig sein flächendeckend funktionierende QR-Reader für alle Handys anzubieten.
Zudem gibt es hier das gleiche Problem wie beim Zahlencode. Fahrgäste könnten sich den QR Code abfotografieren, ausdrucken und dann erst während der Fahrt, kurz vor einer Fahrkartenkontrolle den mitgeführten, ausgedruckten QR-Code fotografieren.

Wir können also gespannt sein, in welche Richtung sich das Touch & Travel-System weiter entwicklen wird. Der Kundennutzen liegt jedenfalls auf der Hand, da der Gang zum Schalter und Fahrkartenautomat und das Hantieren mit Kleingeld entfällt.

InnoTrans 2010

23. September 2010 Keine Kommentare

Alle zwei Jahre gastiert die InnoTrans auf dem Messegelände. Auf der Fachmesse für Verkehrstechnik werden Züge aus aller Welt präsentiert und alle großen Hersteller präsentieren Fahrzeugtechnik für die Schiene, wie z.B. Straßenbahnen.

Hier ein paar Impressionen:

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Weniger englische Ansagen in Zügen!

17. September 2010 Keine Kommentare

ICE by wiki Bernhard Lehn Weniger englische Ansagen in Zügen!„Sänk ju vor träwelling wis Deutsche Bahn!“ (Thank you for travelling with Deutsche Bahn) Wer hat diesen Satz nicht schon x-mal auf seinen Reisen mit ICE und Co. gehört. Kommt er selten, findet man es ja noch ganz lustig. Doch ist man Vielfahrer oder die Haltestellen-Dichte höher, kann einen das auch schon ganz schön nerven.

Dies hat nun auch endlich die Bahn eingesehen und will die englischen Ansagen in Zügen auf ein Minimum reduzieren. Nur an Haltestellen, an denen viele Touristen zusteigen, wie Berlin, Köln oder München, sollen die Ansagen noch beibehalten werden, und natürlich auch bei Störungen etc. Ansonsten werden wir in Zukunft davon verschont, wobei es ja fast schon eine Art Kult-Charakter bekommen hat… 😉

Die englischen Ansagen wurden zur Fußball-WM vor vier Jahren eingeführt und seitdem beibehalten. Nicht wenige Fahrgäste brachte die meist holprige englische Ansage des Zugchefs zur Weißglut oder zum Lachanfall. Halleluja!

Darmstadt und Baden-Baden sind „Bahnhöfe des Jahres 2010“

10. September 2010 Keine Kommentare

Darmstadt Bahnhof by wiki Heidas Darmstadt und Baden Baden sind „Bahnhöfe des Jahres 2010“Seit 2004 vergibt das Verbände-Bündnis „Allianz pro Schiene“ jährlich den Preis für die besten Bahnhöfe Deutschlands. Ausgezeichnet werden jeweils ein Großstadt- und ein Kleinstadtbahnhof. Dieses Mal machten das Rennen die Bahnhöfe in Darmstadt und Baden-Baden und dürfen sich „Bahnhöfe des Jahres 2010“ nennen.

Darmstadt überzeuge u.a. mit einem großen Park, weshalb es „Deutschlands grünster Bahnhof“ ist. In der modernisierten Halle fügen sich Glas und Jugendstilelemente gut zusammen. Auch in Sachen Service konnte Darmstadt punkten. So gibt es im Reisezentrum beispielsweise rote Ledersessel für Wartende am Schalter.

Baden-Baden gefiel der Jury aufgrund der kurzen Wege. Café, Hotel, Busbahnhof sind hier unter einem Dach. Auch die gesonderten Abstellplätze für Motorräder und Fahrräder kamen laut Begründung gut an.

Einen Sonderpreis erhielt das hessische Eschwede, wo eine neue Strecke samt Station eröffnet wurde. Na dann, beim nächsten Halt in Darmstadt oder Baden-Baden also mal drauf achten… 😉